Am Montag, den 07. September 2026, um 18:30 Uhr zeigen wir den Film „Alfred Straßweg – Kreisleiter 1936–1945 – Interview mit Prof. Dr. Klaus Goebel“.
Wie blickte ein führender Nationalsozialist Jahrzehnte später auf seine eigene Rolle im NS-Regime zurück?
Der 1902 in Wermelskirchen geborene Alfred Straßweg war gelernter Maler- und Anstreichermeister und bereits seit 1925 Mitglied der NSDAP, mit der Mitgliedsnummer 21.696. Von 1936 bis 1937 war er Kreisleiter der NSDAP für den Kreis Solingen, von 1937 bis 1945 Kreisleiter der NSDAP für den Kreis Wuppertal, und damit eine zentrale Figur der nationalsozialistischen Herrschaft im Bergischen Land.
Zwischen 1979 und 1984 führte der Wuppertaler Historiker Prof. Dr. Klaus Goebel insgesamt 13 Gespräche mit Straßweg. In diesen Interviews spricht der ehemalige Kreisleiter über seine politische Tätigkeit, die NS-Zeit in Wuppertal und seine Begegnungen mit führenden Nationalsozialisten.
Dabei wird deutlich: Straßweg zeigte auch Jahrzehnte nach 1945 kein Unrechtsbewusstsein und hielt bis zu seinem Lebensende an seiner Sicht auf die NS-Zeit fest.
Die Dokumentation lässt Straßweg selbst zu Wort kommen – und eröffnet damit einen eindringlichen Blick auf Täterperspektive, Selbstrechtfertigung und die Erinnerung an die NS-Zeit aus Sicht eines ihrer lokalen Funktionäre.
Dieses Filmprojekt wurde von Kh. W. Steckelings, Fotograf und Kurzfilmer aus Wuppertal-Ronsdorf, maßgeblich begleitet und ermöglicht.
Was erzählen uns solche Erinnerungen über die Mechanismen nationalsozialistischer Herrschaft – und welche Bedeutung haben sie für unseren Umgang mit Verantwortung, Demokratie und Erinnerung heute?
Wir laden herzlich zur Filmvorführung ein.

